Das Epische Theater



Bei dem Begriff "Episches Theater" denken viele zuerst an große Schlachten oder Kampf-Szenen, jedoch bedeutet "Episch" in diesem Zusammenhang nicht eines Ereignisreiches Gefecht, sondern ein Theater, welches auf das Mitdenken und Mitfiebern des Zuschauers beruht. Mit Brechts "Epischem Theater" bildete dieser die Grundlage für die heutigen modernen Theater, die wir kennen und lieben. Sein Theater des "Wissenschaftlichen Zeitalters" legt nicht viel Wert auf Einfühlsamkeit, sondern auf kritisches mitdenken. Der Zuschauer soll nicht Teil des Stückes sein, sondern da Geschehen von einer emotionalen Distanz aus betrachten und beurteilen. Die Distanz wird durch den Verfremdungseffekt ausgelöst. Dieser entsteht durch vermehrtes direkte reden zum Publikum. Anstatt wie bei einem Drama dem Publikum zuzuwinseln und um Hilfe zu betteln, tritt in dem epischem Theater eine Figur nach vorne und bleibt objektiv. Im epischen Theater wird es keinen Moment geben, indem ein Schauspieler sagt: "Oh helft mir, ich weiß nicht was ich tun soll!" Viel typischer wäre eine Einschätzung, der geschehen dinge, wie z. B. "Das hätte er nicht tun sollen. Mit dieser Entscheidung ist seine Zukunft ungewiss."





„Das Theater bleibt Theater, auch wenn es Lehrtheater ist, und soweit es gutes Theater ist, ist es amüsant.“

(B. Brecht: Vergnügungstheater oder Lehrtheater?, 1954, in: Schriften zum Theater. Frankfurt/M. 1957, S.73)

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